Santa Cruz, CA

Autor: Lisa

Martin hat es ja schon angekündigt, und hier kommt nun der erste Artikel über unseren Kurzurlaub von drei Tagen bei Bekannten in der South Bay. Am Dienstag standen wir wieder früh auf, und – die Klimaanlage NEBEL war seit drei Tagen kaputt, sprich es war wirklich warm. SEHR warm. So wie vermutlich die meisten es von Kalifornien erwarten. Wir wurden vom Bahnhof in Mountain View abgeholt und schon ging es nach Santa Cruz, wo wir uns bei Seacliff ans Meer gehockt haben und ein kleines Picknick veranstalteten. Schön mit leckeren Sandwiches und im eigenen Garten angepflanzten und unter kalifornischer Sonne gewachsenen Tomaten – sowas von lecker sag ich euch. Und die Aussicht aufs Meer dabei… da möchte man sofort wieder hin.

Ein Highlight dort war die S.S. Palo Alto, ein Schiff komplett aus Beton. Schwimmt nicht? Doch, nur jetzt nicht mehr. Als das Schiff am 29. Mai 1919 ca. 150 m vor der Küste an einem Steg zu Wasser gelassen wurde, hatte es bereits einen recht Langen Weg hinter sich: es wurde nämlich in Oakland bei San Francisco gebaut um dann vor der Küste von Santa Cruz als Restaurant und Ballroom zu dienen. Es sah einem richtigen Schiff auch wirklich zum verwechseln ähnlich. Nach und nach haben das Meerwasser, der Wind und die salzhaltige Luft aber ihren Tribut gezollt: das Schiff ist immer mehr zerfallen. Bis vor ein paar Jahren konnte man die Ruinen sogar noch begehen, heute ist das nicht mehr möglich. Das Schiff ist in der Mitte durchgebrochen und dient mittlerweile nur noch als Behausung von Seelöwen, Möwen und anderen Vögeln und Fischen. Deswegen wird es aber auch nicht weggeschafft, weil es einen so schönen Rückzugsort bietet.

Wir unternahmen noch einen kurzen Abstecher in das kleine “Museum” von Seacliff, wo einer der Ranger gerade in einem der Aquarien ein Sharkegg (also ein Ei von einem Hai) “aufhing”. Wenn alles gutgeht dann müsste dort in 50 Tagen etwa ein kleiner Hai geboren werden. Das Ganze sieht sehr lustig aus:

Die Tentakeln an diesen Taschen leben zwar nicht, sind aber sehr starr und schlingen sich wie Efeu um alles, was ihnen zwischen selbige gerät. Sie verhaken sich quasi. So werden die Eier zum Beispiel im Seetang festgehalten und fallen aufgrund ihrer Farbe so gut wie nicht auf und werden so auch nicht so leicht zur Beute anderer Raubfische.

Nach diesem kleinen Abstecher ging es weiter der Küste entlang nach Norden, bis wir in einem kleinen Ortsteil von Santa Cruz ankamen dessen Name mir natürlich entfallen ist. Wie sollte es auch anders sein. Jedenfalls fahren Susan und Tom, unsere Reiseleiter quasi, gerne dorthin und bleiben zwei Tage in einem kleinen Bed&Breakfast. Und wer dort war kann auch sehr gut verstehen warum: Santa Cruz an sich ist sehr relaxt, es gibt viel Strand, viele nette, kleine Restaurants, mehrere kleine Lagunen und wunderschöne, kleine Häfen mittendrin. An einem waren wir, nämlich dort wo der momentan intakte Leuchtturm steht. Intakt deswegen, weil ein anderer ein Surfer Museum beherbergt, aber dazu später mehr.

Dieser Hund war zum einen wirklich lieb, tat mir aber unglaublich leid. Denn leider hatte er einen kompletten Vollhonk als Herrchen. Dieser Nullathlet wirft seinem Hund zum apportieren doch tatsächlich den Ball dort zwischen die Felsen. Lasst mich eure Frage vorwegnehmen: geht der Ball nicht in den Ritzen zwischen den Felsen verloren? Antwort: JA. Jeder normaldenkende Mensch weiß das bevor er den Ball wirft. Das war unserem Helden hier aber scheinbar nicht bewusst. Und der arme Hund hat den Schwanz eingezogen und kam sich vermutlich als Versager vor, weil er nicht in in der Lage war seinem Herrchen den Ball hat zurück zu bringen.

Ich hab mir gewünscht dem Hund einen neuen Ball zum apportieren schenken zu können, und sein Herrchen hätte ich am liebsten mit einem ordentlichen Tritt in den Allerwertesten in den Kanal befördert. Ich hab mich beherrschen können. Und der Hund kann ja nix für sein Herrchen.

Hier sind jedenfalls noch ein paar Eindrücke dessen, was da um den Leuchtturm herum alles zu sehen war. Man muss übrigens aufpassen, dass einen die hohen Wellen bei starkem Wellengang nicht von der Landzunge fegen auf welcher der Leuchtturm steht. Und wirklich klein waren die Wellen an diesem Tag nicht…

Und wer gut aufgepasst hat, der erahnt schon was noch fehlt in diesem Bericht. Richtig, die Surfer. Santa Cruz scheint neben einigen anderen Stellen hier an der Westküste ein wirkliches Surferparadies zu sein. Die Wellen sind ziemlich hoch und auch eigentlich recht regelmäßig, also kommt man da als Surfer auch auf seine Kosten. Das Surfermuseum musste leider auf ein anderes Mal verschoben werden, denn es war geschlossen. Was es zu der Küste von Santa Cruz  zu sagen gibt ist allerdings sehr interessant. Wer schonmal von Pacifica und den Gebäuden gehört hat, die da einfach ins Meer plumpsen, dem wird das Phänomen bekannt sein: die Erosion der Klippen. Das Meer ist so stark, dass es nach und nach immer weiter Landmasse abträgt. Das kennt vermutlich jeder der an mal an einem von Ebbe und Flut betroffenen Meer eine Sandburg gebaut hat, die nachher von der Flut langsam aber sicher davon gespült wurde. So auch hier. Einige Häuser sind schon der Erosion zum Opfer gefallen, und so nah wie einige der Gebäude an den Klippen stehen werden wohl auch noch einige dazukommen. Aber so ist die Natur eben. Da ich keine Bilder von Santa Cruz finde die das schön zeigen muss Pacifica als Beispiel herhalten:

Am sogenannten “State Beach” halten sich jedenfalls jede Menge Surfer auf. Besonders schön ist auch die Tatsache, dass dort erst vor kurzem ein Stück der Klippe abgerutscht ist. Seitdem ist alles eingezäunt und es wird davor gewarnt auf die noch ins Meer ragende Landzunge zu gehen, da die Gefahr abzurutschen und von der starken Brandung gegen die Felsen gedrückt  zu werden und zu ertrinken recht hoch ist. Nicht, dass es die Surfer interessieren würde. Da wärmt man sich auf und man dehnt sich am Surfermuseum, dann wird erst das Surfboard über den Zaun gehoben, bis dann der Surfer hinterher klettert, zwischen den Klippen verschwindet, bis er dann fröhlich auf seinem Board um die Ecke gepaddelt kommt. Nervenkitzel halt. Bis einer heult ;)

Besonders schön sind in Santa Cruz auch die “Natural Bridges”, die früher auch begehbar waren. Mittlerweile sind die meisten aber zerstört. Im Ozean steht zwar noch eine, aber erstmal dahin kommen… und hier sieht man noch eine der Brücken, die man wohl evtl. noch begehen kann. Aber ob und wie man da runter kommt ist eine andere Frage:

Tja, und damit ging unser Tag dann auch langsam zu ende. Falls also irgendwer von euch mal in der Ecke sein sollte, Santa Cruz ist wirklich zu empfehlen. Ich glaub zum Baden ist es echt ideal. Und wer surfen mag kann das dort auch ohne Probleme machen. Ich jedenfalls habe die Luft, die Aussicht und die Sonne genossen. Ein wirklich schöner Tag.

Ich bin ja nen Trekkie. Und darum war es für mich ganz besonders aufregend, als wir gestern das Monterey Bay Aquarium in Monterey, CA besucht haben.

Dort wurden 1986, zwei Jahre nach seiner Eröffnung, einige Schlüsselszenen von Star Trek 4 – The Voyage Home gedreht. Es diente als Kulisse für das Cetacean Institute und liegt im Film, dank Film-Magie, in Sausalito, und beherbergte zwei Buckelwale, die die Enterprise-Crew in das 23. Jahrhundert bringen müssen, um die Erde vor der Vernichtung zu retten. – Welch Helden!

In Wahrheit gibt es dort allerdings keine Wale, die einzigen Säuger sind zwei trollige See-Otter.

Das Aquarium ist jedenfalls grandios ausgestattet und einen Besuch mehr als wert. Dazu aber demnächst von Lisa mehr, samt einer Ladung Fotos.

Hier ein paar Vergleichsbilder, damals in Star Trek (mit blauem Rand) und heute (mit rotem Rand).





Tagsüber...

Das Westin St. Francis, ein sehr hohes, die Stadt überblickendes Hotel am Union Square, wirbt mit einer tollen Aussicht. Das mit der Live-Webcam ist aber keine so gute Idee, wenn man bedenkt wie da zu 90% morgens und abends die Aussicht ist:

8:15 PM, Donnerstag Abend, 19ter August 2010

Wir gehören ja zu den Menschen, die aufgrund ihrer Selbständigkeit nicht den “Thank God it’s Friday! Spruch loslassen können wie viele andere. Ich gehe auch gerne Sonntags zum Briefkasten, bis mir einfällt, dass die Post ja am Sonntag nicht kommt. Und selbst unser Frühstücksei, das wir uns am Wochenende gerne mal gönnen, vergessen wir manchmal einfach. Frei nach dem Motto “wie, schon wieder Wochenende? Okay, arbeiten wir trotzdem.”

Aber jeden Dienstag, um Punkt 12 Uhr Mittags geschieht etwas in San Francisco, das einen sofort wieder in die hiesige Zeitzone zurückbefördert:

Wenn das Ding also mal losgeht und länger heult als dieses eine Mal, dann ist definitiv nicht Dienstag um 12. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß dass vorher die Erde gewackelt hat. Oder es gab vor der Küste ein Erdbeben, und es dauert noch 30-60 Sekunden bis ein Tsunami auf die Küste trifft. So oder so, nicht unbedingt schön.

Die Dinger stehen wohl an denselben Stellen, wo auch die Sirenen aus dem 2. Weltkrieg gestanden haben. Die neuen Systeme haben auch den Ton der damaligen Sirenen aufgenommen (daher auch dieser nette, sehr hoch frequenzierte Piepton kurz bevor die Sirene losgeht), weil’s halt doch sehr durchdringend ist das Geräusch. Insgesamt gibt es 65 Stück über die ganze Stadt verteilt, was auf dieser recht kleinen Fläche doch eine ganze Menge sind. Wir sind hier von insgesamt drei in der unmittelbaren Umgebung umgeben: eine in Chinatown, fünf Blocks unsere Straße hoch und sechs Blocks Richtung Osten, dann noch eine am Union Square, einen halben Block unsere Straße hoch und vier Blocks nach Osten, und die aus dem Video steht übrigens in unserer Straße, nur einen Block weiter oben. Dementsprechend bekommen wir die volle Breitseite ab (aber aufgrund der Häuserschluchten muss man doch schon wissen was da gesagt wird. Ich glaube im Notfall wird es echt schwierig die Anweisungen zu verstehen. Aber hoffen wir mal, dass so ein Notfall nicht eintritt.

Einhundertundvier!

Autor: Martin

104th Posting

Das hier ist der 104. Eintrag in diesem unseren feinen kleinen Blog. Ich hab die magische 100 ganz verschlafen…