Ich wage eine frühe Vorhersage. Das Unwort des Jahres 2010 wird sein: Klientelpolitik

Die FDP hat also im Vorfeld der Bundestagswahlen 2009 eine millionenschwere Spende der Hotelbranche erhalten. Und wohl auch die Union. So weit so normal.

Was sich nun aber in der Opposition, an den Stammtischen und nicht zuletzt vor allem den Medien abspielt ist allerdings himmelschreiend lächerlich und nur schwer an Idiotie und Ignoranz zu überbieten. Man bekommt fast den Eindruck, dass ein Journalist zur Ausübung seines Berufes heute nicht mehr wissen muss, wie in unserem Land das politische System funktioniert. Ein Grundkurs in oberflächlich geführter Polemik scheint wohl ausreichend.

Zur Erinnerung ein Auszug aus der deutschsprachigen Wikipedia: “Die politische Partei (v. lat.: pars, partis = Teil, Richtung) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb des umfassenderen politischen Verbandes (Staat o. Ä.) danach streben, politische Macht und die entsprechenden Positionen zu besetzen, um ihre eigenen sachlichen oder ideellen Ziele zu verwirklichen und/oder persönliche Vorteile zu erlangen.” (Hervorhebungen von mir.)

Nun vereinfacht ausgedrückt: Eine Partei vertritt eine Meinung und/oder ein Ziel und hat deshalb per Definition eine Klientel. Das ist die Essenz der Demokratie.

Vermutlich ist das Wissen ob der (für ein ausgewogenes politisches System wünschenswerten) Parteilichkeit von Parteien das aber einfach nur beim Jahrelangen Anblick des form- und kantenlosen Allenallesrechtmachen-Sauhaufens der großen Koalition verloren gegangen…

Die FDP war noch nie eine Partei der Arbeiter und Sozialisten, sondern der Unternehmer und Wohlhabenden. Wen das überrascht, der hat geträumt. Und 14,6% der Wähler haben vergangenen November für eine Partei gestimmt, die eben eine Klientelpolitik betreibt und betreiben muss. So wie die SPD Klientelpolitik für den “Kleinen Mann” und Arbeiter betreibt, die Linke Klientelpolitik für Sozialisten und Kommunisten, die Grünen Klientelpolitik für Umweltschutz, die NPD und Republikaner für Nationalisten und die Partei der Nichtwähler eben für genau diese. Das ist Politik, aber man hat schließlich auch die Wahl – und die Mehrheit der Wähler bestimmt die Richtung, in die das Land dann gemeinsam geht. Und für die Minderheiten wurde die Opposition geschaffen, damit sie nicht vergessen und trotz verlorener Wahlen gehört werden können – vorausgesetzt man hat auch etwas mehr zu sagen als bloße Polemik.

I’m with Coco!

Autor: Martin

Because I kinda miss my daily dose of Conan.

Zitat der Woche

Autor: Martin

[...] Anders als jene Jungkünstler aus westlichen Mittelschichtsfamilien, die sich in einschlägigen Kneipen flott eine Boheme-Aura ansaufen und die mit Besuchen in den angesagten Städten (»Der Künstler lebt und arbeitet in Istanbul, Los Angeles und Berlin«) ein wenig Abwechslung in den kurzen Lebenslauf zu bringen versuchen, müssen sich die Alten eine spannende Biografie nicht mehr erarbeiten. [...]

Aus “Von der uralten Schule“, einem Artikel der Zeit über die Neuentdeckung alter Kunstschaffender.

Rest In Peace

Autor: Lisa
Murmel

August 1996 - Januar 2010

Es war ziemlich genau 18 Uhr, als mein über alles geliebter Kater heute für immer die Augen geschlossen hat. Es war die bisher vermutlich schwerste Entscheidung in meinem Leben, und ich hoffe bei Gott (auch, wenn ich nicht gläubig bin), dass es die richtige Entscheidung gewesen ist.

Murmel einschläfern lassen zu müssen hat mir so unglaublich wehgetan, und es tut immer noch weh. Ich denke auch, dass es nie wirklich vergehen wird. Alleine weil mir dieser Kater so unglaublich ans Herz gewachsen ist dass es sich anfühlt, als hätte man mir heute ein Stück davon einfach herausgerissen. Ich habe Angst, dass ich etwas übersehen habe, aber der Tierarzt war sich wohl schon vor knapp einer Woche sicher, dass es keine Besserung mehr geben würde.

Murmel, ich vermisse dich, und du wirst immer irgendwie bei mir sein. Ich liebe dich so sehr, und ich hoffe, dass du mir nicht böse bist. Und ich hoffe, dass ich dich von deinen Schmerzen erlösen konnte. Rest in peace, Murmel.

Viel Zeit haben wir mit Recherche verbracht. Eine Unmenge an Informationen wurden angesammelt. Über örtliche Begebenheiten wie die Kulturlandschaft, lokale Steuern, Arbeitslosenzahlen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Klima, Erholungsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel und allerhand anderer statistischer Dinge wie das lokale Durchschnittseinkommen oder Kriminalitätsraten. In die USA-Karte, die wir an die Wand hingen um den Überblick nicht zu verlieren, haben wir 25 Pins gesteckt, jeder einzelne für einen potentiellen Wohnort. Aus Zeitgründen konnten wir hier leider nicht über alle schreiben.

Neben den im großen Wohnort-Check bereits ausführlich beschriebenen Städten wie San Francisco (CA), New Haven (CT), Portland (OR) und New York (NY) haben wir uns noch dutzende andere Städte angesehen und als mögliche Wohnorte mit einem Pin markiert. Darunter unter anderem Orte wie Charlotte (NC), Phoenix (AZ), Flagstaff (AZ), Las Vegas (NV), Eugene (OR), Boston (MA), Chico (CA), Carson City (NV), Santa Rosa (CA), Woodland (CA), Sacramento (CA), San Luis Obispo (CA), Salinas (CA), San Diego (CA), San Jose (CA), Los Angeles (CA), Berkeley (CA), Napa (CA) und vor allem Paradise (CA).

Zwischenzeitig waren wir uns schon recht sicher, dass es Portland wird. Aber am Ende fehlte einfach das gute Gefühl bei der Sache. Das gewisse Etwas. Der X-Faktor.

Letztendlich ist aber vor einigen Tagen nun endlich die Entscheidung gefallen. Wir haben unseren zukünftigen Wohnort gefunden. Er entspricht unseren Vorstellungen und Erwartungen an das Klima, die beruflichen Chancen, unseren Ansprüchen an kultureller Vielfalt und allerhand andere wichtige und weniger wichtige Dinge. Und er hat dieses gewisse Etwas, das allen anderen potentiellen Wohnorten gefehlt hat. Dieses gute Gefühl. Diesen X-Faktor.

Und darum geben wir hiermit bekannt, unser künftiger Wohnort wird ab dem 01. Juni 2010 sein: