Archive for the ‘Visum’ Category

Es ist 8 Uhr morgens, der Wecker klingelt. So schnell war mein Schatz schon lange nicht mehr aus dem Bett gesprungen ;) Da ich allerdings die letzten paar Tage um 6:30 bzw. um 7 Uhr hatte aufstehen müssen, durfte ich noch etwas liegen bleiben.

Warum aber die Eile? Um den Postboten abzufangen, schließlich erwarteten wir Post. Wichtige Post.

Nach einer halben Stunde trieb es dann auch mich aus dem Bett, ein bisschen gedöst hatte ich noch, aber nun war es auch genug. Außerdem war ich gespannt, ob der Briefträger mal klingeln würde, oder direkt, ohne nachzuschauen ob jemand zu Hause ist, einen Zettel mit Benachrichtigung über einen abzuholenden Brief in den Briefkasten werfen würde. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass dieser Vermutung keine willkürliche Boshaftigkeit meinerseits zugrundeliegt, sondern lediglich Tatsachen. Denn genau das ist uns schön häufiger passiert. Man findet einen Zettel vor, dass man bitte irgendein Paket o.Ä. bei der Poststelle abholen soll. Und man steht da und fragt sich in welchem Zeitkontinuum sich der Postbote befindet, schließlich war man die ganze Zeit anwesend wonder

Aber ich entferne mich gerade vom Thema. DENN…

Wir haben unsere Reisepässe wieder, und die haben einen tollen Aufkleber, auch gerne mal Visum flag genannt *froi* *Konfetti wirf* celebrate

Zu unseren Reisepässen bekamen wir auch noch zwei versiegelte Umschläge mit unseren Dokumenten, die wir dann dem Grenzbeamten bei der Einreise unversehrt übergeben müssen. Und wenn das Blatt hinten abfällt ist das Visum ungültig. Ja, so schnell kann’s gehen. Vor dem 13. Oktober müssen wir eingereist sein, ansonsten verfällt das Visum automatisch. Also: bald Flüge buchen!

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Um fünf Uhr ging es los, heute Morgen, mit dem Mietwagen nach Frankfurt. Heute war unser Vorsprechtermin beim Consulate General. Und kurz gesagt: Wir haben die Visa!

Ich konnte vor lauter Nervosität in der vergangenen Nacht kaum schlafen. Tausende Szenarien spielten sich vor meinem inneren Auge ab. Formulare, die ich vergessen haben könnte. Zeugnisse, die ich nicht habe übersetzen lassen. Habe ich wirklich einen Highschool-Abschluss oder was vergleichbares oder besseres? Haben wir den richtigen Dollar-Betrag gewechselt, um die Gebühr zu bezahlen? Habe ich alle Formulare richtig ausgefüllt und nichts vergessen? Ist mein Reisepass noch lange genug gültig, um das Visum aufnehmen zu können? Ob die Passfotos wohl so wie sie sind korrekt gemacht sind? Und was passiert, wenn etwas nicht genau stimmt, verlieren wir unsere Chance und die doch recht beachtlichen Gebühren, die man nicht zurückerstattet bekommt? Geht dann all die Zukunftsplanung den Bach runter, weil ich vielleicht irgendwo in einem der von mir hundertfach nochmals überprüften Formulare ein Kreuzchen falsch gesetzt habe? – Und es wurde später und später und ich einfach nicht müder. Irgendwann bin ich dann aber doch eingeschlafen. Es muss gefühlte Minuten vor dem Klingeln des Weckers gewesen sein.

Also rein ins Auto und ab nach Frankfurt zum Consulate General. Das Gebäude an der Giessener Strasse ist recht einfach zu finden und sieht von aussen aus wie ein Gefängnis. Sehr sauber und gepflegt zwar, wie man es von den USA gewohnt ist, aber mit seiner hohen Umzäunung, den Wachpolizisten und dem Einfangshäuschen eben wie ein Gefängnis.

Wir hatten unseren Termin um 8 Uhr morgens, waren aber wegen des vergleichsweise ruhigen Verkehrs schon um kurz nach sieben Uhr da. Vor dem Consulate hat sich noch keine Schlange gebildet, tatsächlich war alles sehr ruhig aber bereits jede Position besetzt.

Den Haupteingang zum doch sehr weitläufigen Consulate-Gelände besteht aus einem kleinen freistehenden Haus. An der linken Seite des kleinen Hauses sind zwei Schalterfenster mit jeweils einem Beamten. Diese Beamten prüfen die Reisepässe und ob man eine Einladung hat, ohne die man nicht auf das Gelände kommt. Man bekommt seine Nummer, die einen den Tag durch begleiten wird, eine Art Passierschein (eine grüne Karte mit einem grossen, weissen ‘A’ darauf) und seine Pässe zurück. Mit diesen Dingen geht man weiter am Häuschen entlang nach rechts zum eigentlichen Eingang…

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Hier eine kleine Liste der Dokumente, die man vor dem Termin im Konsulat zusammen suchen oder besorgen muss.

Auch diese Liste ist eventuell unvollständig oder mag zwischenzeitlich veraltet sein. Auch deshalb sind die Angaben natürlich wieder ohne Gewähr.

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Heute möchte ich, mangels anderer Neuigkeiten, einmal im Detail erklären, wie genau der Weg zu so einem DV aussieht. (DV = Diversity Immigrant Visa Program, umgangssprachlich auch die Green Card Lotterie)

Diese Angaben hier betreffen das DV-Verfahren für 2009, es kann also sein, dass die künftigen Verfahren etwas anders laufen. Also: Diese Angaben sind ohne Gewähr. ;)

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Der Amtsarztbesuch

Author: Martin

Am Freitag waren wir in Frankfurt beim Amtsarzt.

Man soll ohne Termin erscheinen, Montags bis Freitags zwischen 7:30 und 11:00 Uhr. Also sind wir um 4:00 Uhr aufgestanden (also gut, bei mir war es eher 4:45 Uhr), haben uns das Auto vom Schwiegervater geliehen und sind auf nach Frankfurt am Main, natürlich nicht ohne dass jeder vorher noch drei mal, paranoid wie wir nunmal sind, nachgeprüft hat, ob wir alle verlangten Dokumente dabei haben: Impfpässe, Reisepässe, Passfotos, Pockenimmunitätsnachweise, diverse Befunde vorhandener Gebrechen und die Case-Number unseres Visum-Antrags beim Konsulat.

In Frankfurt angekommen, und eine Riesenschlange wartender Visumsanwärter erwartend, kamen wir sogar direkt dran und wurden erstmal über einige Standard-Sachen ausgefragt. Dinge wie unsere Krankengeschichte, regelmäßige Medikamenteneinnahme, psychische Störungen, etc. Dann bekam jeder einen beschrifteten CD-Rohling in die Hand gedrueckt und wurden in den Keller geschickt. Dort wurde uns Blut für einen HIV-Test abgenommen, es wurde in Becher gepinkelt und unser Thorax geröncht. (…oder heisst es “geröntgent”? Im Rheinischen heisst es sicher “jerönscht”.)
Für Letzteres gab man uns nämlich auch den CD-Rohling. Denn das Röntgenbild wird auf ebendiesen gebrannt. Sehr praktisch, wie ich finde – denn der Gedanke ein riesiges Röntgenbild, das wir bei der Einreise in die USA dabei haben müssen, im Flieger immer auf dem Schoß haben, weil man es nicht falten kann und darf und deshalb in kein Fach geschweige denn ins Handgepäck bekommt, gefiel mir garnicht. Aber mit einer handlichen CD hat sich das Problem ja nun erledigt.

Nach dem Röntgen, Aderlass und Klobesuch ging es dann wieder hinauf in den ersten Stock, wo wir nun inmitten einer mittlerweile ganz ordentlich angewachsenen Menge anderer Wartender Platz nahmen und darauf warteten, vom diensthabenden Arzt aufgerufen zu werden. Dieser hat uns dann erneut über unsere Krankengeschichte befragt, hat den Blutdruck gemessen, die Lunge abgehört und die Zähne angeguckt. Man muss nen kleinen Sehtest machen, wird an den Lymphknoten abgetastet, erklärt dem Arzt noch ausstehende Impfungen und zeigt den Impfpass her. Und das war es dann im Gunde auch schon.

Im Grunde ist dieser Gesundheits-Check ein Spaziergang, nicht zu vergleichen mit zum Beispiel der Untersuchung, die man bei der Musterung ertragen muss: “So.”, sagt der Arzt, die Familienjuwelen in der Hand haltend. “Nun husten Sie mal kräftig.” – Solche und ähnliche Dinge bleiben einem zum Glück erspart.

Das Einzige, was ich bis heute nicht ganz verstehe, ist das Folgende: Warum will das Konsulat wissen, ob man als Mann beschnitten ist oder nicht?! Das geht die doch nun wirklich nichts an, oder? Bei Frauen könnte ich diese Frage ja noch verstehen, schließlich ist eine Beschneidung bei Frauen eine echte Verstümmelung. Aber bei Männern?

Wie dem auch sei: Die Untersuchung ist ein Klacks. Und wenn man bedenkt, wie viel dort getestet, gecheckt und gemacht wird, ist sie nicht ein mal sehr teuer: 140 Euro pro Nase. Als Privatversicherter weiss ich, was so ein Rundumcheck sonst kostet…

Heute steht der nächste Schritt an: Dokumente und Unterlagen zum amtlich beglaubigten Übersetzer bringen…

Nachtrag, 18.03.2009: Bis jetzt hab es noch keinen Anruf aus der Praxis in Frankfurt. Scheinbar sind wir beide also HIV negativ. Beruhigend.