Archive for September, 2009

Booom!

Author: Martin

Booom!

Einfach nur, weil ich es mal wieder in den Tiefen meines Bilder-Wustes entdeckt habe. Ich liebe es.

Curb Your Enthusiasm

Author: Martin

Lass es, Larry!

Ich bin leidenschaftlicher Gucker der neuen Tonight Show mit Conan O’Brien. Das ist, als alter und enttäuschter Harald Schmidt-Fan wie mich, eine Late Night wie sie sein sollte. Aber bei Schmidt ist das wie bei Jay Leno: Routiniert und müde geworden.

Zur Zeit scheint jedenfalls, zumindest wenn man nach der Aufmerksamkeit geht, die die Show bei Conan bekommt, in den USA ein rechter Hype um eine TV-Show namens ‘Curb Your Enthousiasm’ gemacht zu werden. Warum auch immer, denn gehört habe ich davon hier in Deutschland noch nicht wirklich etwas. Aber: Ein bloßer Hype funktioniert bei mir nie besonders gut als Werbung: Facebook, Google Video, You Tube, Twitter, Blogs… Alles Dinge, die ich nicht von Anfang an mit gemacht habe, einfach nur weil es jeder andere tat. Anders bei TV-Shows. Ich bin ein TV-Show-Junky – wenn sie gut sind. Also musste ich mir ‘Curb Your Enthousiasm’ mal ansehen um mir eine Meinung zu bilden.

Die Show dreht sich um den Seinfeld-Miterfinder Larry David. Larry David spielt dabei eine fiktionale Version von sich selbst, begleitet von fiktionalen Versionen seiner Freunde und Bekannten, oft ebenfalls von ihnen selbst dargestellt. Er ist ein ziemlicher Egoist und Misanthrop, wobei es weniger pathologisch scheint als eine selbstgewählte Isolation. Das macht ihn recht schwierig im Umgang und schafft ständig unangenehme Situationen für ihn und sein Umfeld. Seine Probleme entstehen in der Regel aus seinen eigenen Neurosen heraus und aus dem sturen Glauben an seine eigenen Vorstellungen von Ethik und Etikette. Er hat zwar immer gute Absichten in dem was er tut, wird aber dennoch dauernd Opfer seinerselbst und der Situationen, in die er sich bringt. Und um ehrlich zu sein ist es mir ein Rätsel, warum die Show in den USA so gut ankommt. Kein Mensch mag einen Misanthropen, der sich selbst und die Umwelt ständig in unangenehme Situationen bringt, weil er durch seine eigenen Ansichten und Denkweisen ständig aneckt und von einem Problem in das nachste rutscht. Keiner. Ich weiß, wovon ich da rede. Keiner mag solche Menschen…

Die Show läuft in Deutschland unter dem Titel “Lass es, Larry!” leider nur beim Bezahlsender FOX-Channel. Aber ich empfehle das Original. Das ist sicher auch auf DVD hier in Deutschland zu bekommen.

Ich bin dagegen!

Author: Lisa

Es ist Samstag Abend, 21 Uhr. Wie allert fängt das allabendliche “Miaaaaauuuuu – HUNGER!” an durch unsere bescheidenen vier Wände zu hallen. Erst schlicht anmerkend, dann etwas fordernder, bis – nach üblicher Ignoration, schließlich ist es noch nicht 22 Uhr – das Ganze dann in Gemecker umschlägt.

Kurz gesagt, es ist sehr schwer Katzen an gewisse Zeiten für Nahrungsaufnahme zu gewöhnen. Da ist es unseren Lieben ja auch gleich ganz egal dass der Tierarzt gerade bei Drinnies (Def. v. “drin”, innen, im Hause, “-ie” Substantivierung) vorschlägt sie nicht ständig fressen zu lassen wenn sie es so wollen. Und obwohl er meinte zwei Mal am Tag Nassfutter sollte genügen, gibt es doch immer noch die Trockenfutterkugel zum Spielen. Nur heute nicht. Murmel lag halbtot in der Ecke herum und sein Magen gluckerte und grummelte lauter als meiner, und das will was heißen. Naja, und wenn Murmel nicht um vier beginnt sich ob des nicht existenten Futterangebotes zu beschweren vergisst man das dann doch auch mal.

Und so ist Luzie heute Sturm gelaufen, schaute zwischen ihrer Herummeckerei immer mal wieder bei Murmel am Karton vorbei und schien sich zu wundern dass sie heute keine Unterstützung von ihm zu erwarten hatte. Dieses war jedenfalls die Inspirationsgrundlage für folgendes Bild:

Luzie schiebt Protest

Luzie schiebt Protest

Ihr Blick spricht Bände… aber dafür gab’s dann auch gleich ne Riesenportion zu Fressen. Was natürlich erst einmal verschmäht wurde, bevor es dann nach zwei minütiger Überlegung doch mit Wonne weggeschlungen wurde ;)

…I swear, I’m gonna cry!”

Ein wunderschöner Tag war es, nicht allzu warm, mit erfrischendem Wind der Meeresluft in die Stadt wehte und vielen Möwen die durch das Labyrinth der Wolkenkratzer in Downtown fliegen und einem trotz der imposanten Gebäude immer wieder ins Gedächtnis rufen dass das Meer nicht weit ist.

Nachdem wir durch die Stadt und nachher South of Market gelaufen sind, der Stadtteil von San Francisco in dem maßgeblich der Dot-Com-Boom stattfand, machten wir uns gegen 5 PM auf den Weg zum AT&T Park, dem Baseballstadion von San Francisco und Zuhause der SF Giants.

AT&T Ballpark

AT&T Ballpark

Dieses Stadion ist riesig, und dadurch dass sich die Zuschauerränge auf der Straßenseite befinden hat man als Zuschauer während des Spiels eine phänomenale Aussicht auf die Bay. Wenn einem also zu wenig passiert kann man Schiffchen schauen ;)

Wir hatten quasi eine Art Pole-Position, bezüglich unserer Sitze: wir saßen auf den oberen Rängen direkt hinter der Homebase.

Die Aussicht von unseren Plätzen aus

Die Aussicht von unseren Plätzen aus

Wir hatten also alles im Blick und liefen nicht Gefahr von Querschlägern getroffen zu werden. Denn außer den Bällen die falsch getroffen werden fliegen auch gerne mal ganze Baseballschläger ins Publikum. Zumindest geschah das bei uns. Einer der Spieler hatte ein Bisschen viel Schwung drauf und ließ dann (unabsichtlich) den Schläger los. Der flog am Netz, das sich  zum Schutz direkt hinter der Homebase befindet, vorbei und ins Publikum. Der glückliche Fänger wurde glücklicherweise nicht getroffen, aber trotzdem war sofort einer von der Security da um zu schauen ob alles in Ordnung sei (ein schöner Schläger war das übrigens, ich hätte da auch nicht nein gesagt).

Schön an diesem Stadion und seiner Ausrichtung ist, dass wenn ein Homerun geschlagen wird und der nicht nur außerhalb des Spielfeldes, also im Publikum, landet sondern er über das Stadion hinaus in die Bay plumst, dann ist das kein gewöhnlicher Homerun sondern ein sogenannter Splash Hit. Auch da hatten wir die seltene Ehre einem dieser Schläge beiwohnen zu dürfen, dem 50sten in der Geschichte der Giants. Geschlagen von meinem Lieblingsspieler, der 48 – Pablo Sandoval.

Splash Hit - Pablo Sandoval

Splash Hit - Pablo Sandoval

Wenn man ihn so anschaut dann glaubt man aufgrund seiner doch recht stattlichen Statur nicht wie flink der laufen kann. Meine Herren… da können sich die Junioren der Europameisterschaft noch einiges abschauen (wir bemängelten ja die Anlaufschwierigkeiten der Deutschen bei der Europameisterschaft in der Rheinaue). Er hat den Spitznamen Kung Fu Panda weg, und wer den Film kennt weiß auch weshalb (ein recht pummeliger Panda will Kung Fu lernen und rettet nachher das kleine Dorf in dem er lebt und wird so zum Helden).

Somit stand es schon nach dem zweiten Inning 1:0 für die Giants. Es sollten bis zum 9ten Inning noch vier Punkte dazukommen. Ab da galt es die Rockies, die immer den Anfang in jedem Inning spielten (in jedem Inning schlägt/pitched und fängt jede Mannschaft jeweils ein Mal) “nur noch” mit drei Strikes rauszuwerfen. Folgendes war die Situation: die Giants warfen die Bälle und standen hinten im Feld zum Fangen. Die Rockies waren dran mit Schlagen an der Homebase. Wirft ein Pitcher drei Strikes ist der Schläger raus und der nächste rückt zum Schlagen an die Homebase vor. Das geht so lange bis drei der gegnerischen Mannschaft buchstäblich “rausgeworfen” wurden, dann wechseln die Mannschaften ihre Plätze, die die vorher gepitched und gefangen haben schlagen nun die Bälle, die Mannschaft am Schläger stellt nun einen Pitcher und die Fänger im hinteren Feld. Da es zu Beginn des 9ten Innings 5:0 für die Giants stand mussten sie lediglich nur drei Spieler der Rockies rauswerfen. Das eben durch jeweils drei Strikes des Pitchers, oder aber, falls schon Spieler auf die zweite oder dritte Base gekommen sind, sie so aus dem Spiel zu werfen dass der Ball vor ihnen an der nächsten Base ankommt. Klingt verwirrend, ist aber ganz einfach: ist Base 1 (die Base nach der Homebase) und Base 2 besetzt, der Spieler auf der Homebase schlägt einen Homerun (der Ball ist für die gegnerische Mannschaft also nicht mehr zu fangen) so können alle drei Spieler auf ein Mal zur Homebase zurück – das bedeutet 3 Punkte. Wirft der Pitcher vier “Balls”, also außerhalb eines bestimmten Bereiches an der Homebase, so rückt der Schläger eine Base auf. Ist die Base vor ihm besetzt schiebt er den Spieler von der 2ten Base auf die dritte usw. Steht erst auf der zweiten Base jemand und die erste ist frei so bleibt der Spieler auf der zweiten Base stehen und der Schläger rückt lediglich auf die 1ste Base auf.

Genau das passierte dann leider – die Rockies schlugen einen Homerun, hatten zwei auf dem Spielfeld, und erzielten damit mit einem Mal zwei Punkte. Dann kam noch ein dritter Punkt kurze Zeit später hinzu. Die Fans im Stadion sahen ihre Fälle davonschwimmen und es war schon das eine oder andere frustrierte “Fuck!” zu hören. Letztendlich gelang es den Giants aber doch drei Spieler der Rockies aus dem Spiel zu werfen. Somit stand es 5:3 für die Giants, was nun von den Rockies nicht mehr einzuholen war. Der zweite Teil des Innings wo die Giants wieder geschlagen hätten fiel somit weg, das Spiel war vorbei.

Spielstand

Spielstand

Da sie Zuhause gewonnen hatten ertönte nicht viel später “I lost my heart in San Francisco”, und die Fans lagen sich in den Armen.

An dieser Stelle möchte ich noch ein Mal erwähnen wie friedlich und angenehm dieser Sport ist, wenngleich der Nervenkitzel nicht ausbleibt. Wir saßen neben einer netten alten Dame Mitte 60, in San Francisco geboren und eingefleischter Giants Fan, die uns direkt begrüßte mit der Frage ob wir denn die beiden kennen würden die normalerweise (vermutlich mit einer Jahreskarte) unsere Plätze einnahmen. Wir kamen schnell ins Gespräch nachdem wir sagten dass wir die Tickets über das Internet gekauft hatten. Es waren auch ein paar alteingesessene Einwanderer aus Regensburg da die uns ob unserer frisch erworbenen Green Card beglückwünschten.

Später fanden sich noch einige junge Herren neben uns ein, von denen einer schon einen im Tee hatte. Im Gegensatz zu den doch meist recht aggressiven Fußballfäns war der jedoch recht firedlich und ein wenig lustig da er sich ständig wiederholte. Das klang dann etwa so:

“If they [die Giants] are gonna win the World Series, I’m gonna cry for a day! I swear, I mean this is the most important game like… ever! [...ein paar Minuten später...] And I don’t know if you know this, but this is the most important game, and if they win I swear I’m gonna cry!”

Und so lange er unsere Namen nicht kannte aber um den Zustand unserer Nationalität wusste, wurde bei uns immer zu Punkten der Giants mit “Germany!” abgeschlagen. Alles in allem war es wirklich friedlich, die Leute waren supernett und wir hatten einen tollen Abend. Später ging es dann mit fielen anderen Fans an der Bay entlang zurück zur Stadt und durch Downtown und ab ins Hostel.

Und da wir keine Chance hatten einen Ball während des Spieles zu fangen haben wir uns einen aus dem Fanshop der Giants mitgebracht…

Der Giants Baseball

Der Giants Baseball