Heute haben wir entdeckt, dass seit Neustem Sherlock Holmes bei uns im Haus wohnt ;) Wer’s nicht glaubt, der schaue hier:

Natürlich ist es nicht Sherlock Holmes sondern irgendwer dessen Vorname mit H beginnt und dessen Nachname Sherlock ist, lustig ist es aber trotzdem.

Und außerdem habe ich es aufgegeben der Hausverwaltung beizubiegen dass unser Nachname Schindler und nicht Shindler ohne “c” ist. Es ist für manche wohl abnormal, denn die Worte die von der Aussprache her dem deutschen “sch” entsprechen werden hier nur mit “sh” geschrieben (siehe Name Sherlock oder show). Und Worte wie “school” mit “sch” werden wie “skool” ausgesprochen. Und Skindler heißen wir ja nun nicht… ;)

Kurz Kommentiert

Autor: Martin
Vertriebenen-Präsidentin nennt Nazis “linke Partei”

 

Die Frau Steinbach verdient meinen ausdrücklichen Dank für ihren Mut im immer sozialistischer denkenden Deutschland auf einen sehr ernsten Punkt hinzuweisen: Die Linkspartei ist ein brandgefährlicher Verein und steht der NSDAP weder in der Gesinnung, ihren politischen Absichten noch der Polemik in nichts nach.

Vielleicht ist es dem Links-Rechts-Schubladendenken zu verdanken dass es hier überhaupt einen Grund zur Aufregung gibt. Links und Rechts mögen an einer Kreuzung zwei völlig verschiedene Richtungen sein, unterscheiden sich als politische Richtungen allerdings nur in Detailfragen. Beide Gruppen sind antidemokratische Extremisten, beide sind stark verwurzelt in der Arbeiterklasse und beide kümmern sich vordergründig um den Wohlstand ebendieser. Sie unterscheiden sich einzig durch die Mittel, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll: Die Linken durch den Kommunismus (als politisches System in der Regel durch eine “Realsozialistische Partei-Diktatur” umgesetzt) und die Rechten durch den Nationalsozialismus (in der Regel ebenfalls durch eine Partei-Diktatur verwirklicht).

Nach dem dritten Reich hat Deutschland gegen alles Rechte eine gesunde Aversion entwickelt. Leider ist das nach dem Ende der DDR nicht genauso mit der Linken passiert. Im Gegenteil, die damalige Regierungspartei der DDR, die SED, sitzt sogar zur Zeit als viertstärkste Partei im Bundestag, regiert Brandenburg als Koalitionspartner mit der SPD und genießt deshalb auch einen großen Teil der medialen Aufmerksamkeit für ihre Parteipropaganda.

Kleiner Fun-Fact übrigens für all diejenigen, die der Frau Steinbach Revisionismus und Geschichtsverdrehung vorwerfen: Die erste Partei die nach dem Ende des dritten Reich ihre Pforten für ehemalige (vor allem hochrangige) NSDAP-Mitglieder geöffnet hatte war übrigens die SED, und bestimmt nicht weil deren politische Gesinnung sich so extrem unterschieden hatte.

Vergissmeinnicht

Autor: Lisa

…oder: Die Milchmädchen-Reform

Anders als in Deutschland sind in Kalifornien sind die Studiengebühren ziemlich hoch. Ein Undergraduate-Studiengang an einer der öffentlichen Universitäten (UC = University of California, ein zusammenhängendes System an weltweit sehr hoch angesehenen und deshalb (viel zu) gut besuchten Unis, zu denen auch Stanford (in Palo Alto, CA) und Berkeley gehören) kostet im laufenden Jahr für einen aus Kalifornien stammenden Studenten 12.192 US-Dollar an Studiengebühr. Das ist der Betrag für ein Jahr und ist ohne Krankenversicherung, ohne Unterkunft, ohne Verpflegung und ohne Lernmaterialien. Die meisten Studiengänge dauern vier Jahre, entsprechend stünden 48.768 Dollar für Studiengebühren zu Buche. Studenten deren Eltern ein Jahreseinkommen von unter 80.000 Dollar erwirtschaften haben einen Anspruch auf ein staatliches Studenten-Darlehen, das später zurück gezahlt werden muss, ähnlich dem deutschen BAföG.

Eine Gruppe von Studenten hat deshalb der Verwaltung der UC Riverside (University of California in Riverside in Süd-Kalifornien) eine neue Finanzierungsstrategie zur Reformierung der Studiengebühren vorgeschlafen.

Nach der Idee der Gruppe würde man während des Studiums keine Studiengebühren mehr bezahlen. Statt dessen würden alle Studenten für die ersten zwanzig Berufsjahre nach dem Studium pauschal fünf Prozent ihres Einkommens an die Universitäten zahlen. So soll sich der finanzielle Druck auf die Familien und Studenten während des Studiums massiv verringern (und entsprechend zu besseren Lernergebnissen führen) und der Universität im Gegenzug zu einer erheblichen Steigerung bei den Einnahmen verhelfen.

Rechnerisch funktioniert das wie folgt: Das durchschnittliche Anfangsgehalt eines Graduierten dieser Universitäten ist 46.356, also aufgerundet etwa 50.000 Dollar. Studenten, die mit ihrer Arbeit nie über diese Grenze hinaus kommen sollten würden somit pro Jahr 2.500 Dollar ihres Gehalts an die Uni überweisen müssen. Auf die zwanzig Jahre gerechnet käme das auf 50.000 Dollar, etwas mehr also als die Gebühr von 48.768 Dollar, die eigentlich angefallen wäre.
Allerdings steigert sich das Jahreseinkommen der meisten Abgänger mit den ersten Jahren an Berufserfahrung schnell auf etwa 100.000 Dollar, wobei dann jährlich 5.000 Dollar anfallen würden, oder ca. 100.000 Dollar verteilt auf zwanzig Jahre.
Die Studentengruppe, die den Vorschlag unterbreitet hatte, will mit ihren Berechnungen bewiesen haben, dass, wenn man die Inflation und Einkommenssteigerung mit einrechnet, die Universitäten auf diese Art mit einer Verdoppelung des Gebührenaufkommens rechnen kann.

So weit die Theorie des Vorschlags.

Der Kanzler der UC Riverside scheint dieser Idee jedenfalls nicht abgeneigt zu sein und hat seinen Stellvertreter damit beauftragt, mehrere Situationen und Konstellationen durchzurechnen. Sollten sich die Zahlen der Studentengruppe als tragbar herausstellen will er den Vorschlag der Versammlung der Kanzler aller Universitäten von Kalifornien unterbreiten.

Ich persönlich finde die Idee beachtenswert, wenn auch problematisch. Der Entlastungseffekt während des Studiums ist nicht zu verachten, müssen doch viele Studenten gerade aus den ärmeren Familien neben dem Studium noch erhebliche Arbeitsleistungen erbringen um sich die Studiengebühren überhaupt leisten zu können. Das ist eine Menge Zeit und Energie, die dann in das Studium gesteckt werden könnte. Ausserdem verteilt sich damit die Belastung der Finanzierung des kalifornischen Universitätsapparates gleichmäßig auf die Schultern der Absolventen. 46 Tausend Dollar Studiengebühren sind für einen Studenten mit einem Jahreseinkommen von 50 Tausend Dollar ein beinahe nicht aufzubringender Batzen, während der Millionärssohn (von denen es speziell hier im Silicon Valley eine ganze Menge gibt) sich die Finger reibt und vom Rest des Taschengeldes mit seinen Kumpels nach Tahoe zum Snowboarden fährt. So aber würden mit fünf Prozent des Jahreseinkommens alle Einkommensstufen gleich stark belastet.

Allerdings sollte man auch beachten, dass bei den meisten Menschen ohne Druck und aus der Freiwilligkeit heraus keine Leistung entsteht. Der Mensch an sich ist faul, mehr Freizeit durch weniger Not zur Arbeit führt nicht gleichzeitig zu mehr Quantität und Qualität beim Lernen. Freilich trifft das nicht auf alle Menschen zu, aber nach meinen eigenen Erfahrungen auf einen beachtlichen Großteil.
Ausserdem bedeutet dieser Vorschlag nach meiner Sicht keine tatsächliche Entlastung, sondern führt nur zu einer Aufschiebung der Belastung auf einen späteren Zeitpunkt. Fünf Prozent des Jahreseinkommens sind keine Kleinigkeit, die sich so nebenher bezahlen lässt, speziell wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen hier auch bei einem Jahreseinkommen von 100.000 Dollar noch jammern, dass die Steuern, die Kosten für Energie, für (Kranken-)Versicherungen, für Zinsen und Kredite für das Haus und die Autos auch so schon kaum zu stemmen wären. Die Belastung durch eine zusätzliche, zwanzigjährige defakto-Steuer für das erhaltene Studium sollte also nicht unterschätzt werden.
Und dann wäre da noch der Verwaltungsaufwand, der den Universitäten mit all den Studenten entstehen wird, die nach Beendigung des Studiums es doch nicht mehr für eine so gute Idee halten, jedes Jahr fünf Prozent ihres Einkommens an die alte nervige Uni überweisen zu müssen…

Mal von ner ganz anderen Seite gedacht: Heute läuft es hier so, dass die Eltern von Geburt ihres Kindes an ein Sparschwein anlegen und während ihr Sprössling aufwächst kontinuierlich Geld auf die Seite legen um damit dem Rotzlöffel später das Studium finanzieren zu können. Nach der Umsetzung des Vorschlags wäre es dann so, dass die Eltern nach dem Studium zwar kein Sparschwein mehr anlegen müssen, aber dafür durch die selbst auferlegte Sondersteuer ihr eigenes Studium abbezahlen statt dem Nachkömmling das künftige Studium anzusparen.

Unterm Strich ändert das alles also eigentlich eh nichts.

Stephen Hawking feiert heute seinen 70. Geburtstag. Ein guter Anlass für die Rezitation eines meiner Lieblingszitate von ihm:

“There is a fundamental difference between religion, which is based on authority, [and] science, which is based on observation and reason. Science will win because it works.”